Wärmeverbrauch 2016 deutlich gestiegen

Zitat aus der Fachzeitschrift Haustechnik Dialog vom 25.08.2017

Der Energieverbrauch für Heizwärme ist in deutschen Mehrfamilienhäusern auch im Vorjahr erneut angestiegen, wie eine aktuelle Auswertung durch den Energiedienstleister Techem zeigt. Ursache dürfte unter anderem die kühlere Witterung in den Wintermonaten 2016 sein. Im untersuchten Wohngebäudebestand lag der Durchschnittswärmeverbrauch für Erdgas bei 125 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m2) Wohnfläche und Jahr, für Heizöl bei 126 kWh / m² und für Fernwärme bei 102 kWh / m².

Im Vergleich zu 2015 ist der Erdgasverbrauch damit um fünf Prozent, der Fernwärmeverbrauch um etwas über sechs Prozent und der Heizölverbrauch um sieben Prozent gestiegen. Techem CEO Frank Hyldmar sieht daher klaren Handlungsbedarf, um die Energieeffizienz in Wohngebäuden weiter zu verbessern und die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen.

Geringster Verbrauch in Nordrhein-Westfalen
In Vorbereitung der jährlichen Energiekennwerte-Studie hat Techem für rund 140 deutsche Städte auch den Energieverbrauch für Wärme- und Warmwasser in Mehrfamilienhäusern verglichen. Den niedrigsten Wert zeigte Bottrop, wo sich der Verbrauch um 2,56 Prozent auf 111,64 kWh / m² erhöhte. Weitere Niedrigverbraucher waren Schweinfurt (111,79 kWh/m2, +5,89 %), Gladbeck (112,73 kWh/m2, +3,85 %), Eberswalde (112,79 kWh/m2, +4,31 %) und Hattingen (113,25 kWh/m2, +5,93 %). Gleich drei der Top 5-Städte liegen damit in Nordrhein-Westfalen, ebenso wie viele weitere auf den folgenden Plätzen.

Hoher Verbrauch zwischen den Meeren
Die Städte mit dem höchsten Verbrauch sind, wie in den Vorjahren auch, oft im Norden der Republik zu finden. Während mit Salzgitter auf Platz eins des Rankings (177,21 kWh/m2, +7,69 %) und Heidenheim auf Platz vier (164,74 kWh/m2, +10,47 %) zwei küstenferne Städte dabei sind, liegen die Plätze zwei, drei und fünf mit Itzehoe (169,89 kWh/m2, + 5,61 %), Rendsburg (165,81 kWh/m2, +4,98) und Schleswig (162,68 kWh/m2, +2,06 %) in Schleswig-Holstein, ebenso einige weitere auf den nachfolgenden Plätzen. 

Energieverbrauch aktiv beeinflussen
„Wir sollten nicht auf warme Winter hoffen, wenn wir den Energieverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen in Wohnungen deutlich verringern wollen“, erklärt Techem CEO Frank Hyldmar. Maßgebliche Einflussfaktoren für mehr Energieeffizienz seien neben der Bausubstanz und energetischen Qualität der Gebäude die Technik zur Wärmeerzeugung und -verteilung und das Verbrauchsverhalten der Bewohner. „Wenn wir 2050 in einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand leben wollen, müssen wir gemeinsam an allen beeinflussbaren Faktoren ansetzen. Wir arbeiten darum mit vielen Partnern aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Forschung daran, wenig bekannte aber kostengünstige Wärmeeinsparmaßnahmen stärker in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik zu rücken.

Zitat Ende

Kommentar:
Ich finde es immer wieder spannend, wenn ich selber auf meine Abrechnung der Energieversorgung schaue und mir sage: Verdammt, wir waren doch so sparsam. Warum wieder mehr?

Schnell ist vergessen, wie oft man die Autoscheiben abgekratzt hat, eine noch wärmere Jacke aus dem Schrank geholt, usw.
Natürlich spiegelt sich kaum etwas so stark im Verbrauch wieder - egal ob bei Gas, Öl, Holz oder Strom - wie die Außentemperatur. Und wissen wir nicht alle, dass früher irgendwie alles Besser war? Auch die Jahreszeiten betrifft das.

Ein Ausweg ist es, in effiziente Heiztechnik zu investieren. Doch auch da ist man oft an einer Grenze angekommen, wo der technische und somit finanzielle Aufwand rapide steigt, um den Verbrauch nur ein kleines Stück zu senken. Das ist energetisch sehr sinnvoll und absolut Ressourcen schonend, sprich ökologisch - aber ökonomisch (finanziell) muss es daher noch lange nicht sein.

Der Klimawandel hat seine Auswirkungen. Es ist wichtig und nötig, alles sinnvolle zu tun, unsere Umwelt zu entlasten.
Und letztlich ist es eine Folge unseres eigenen Verhaltens gegenüber der Natur (in der Vergangenheit und im Heute), wenn unser Geldbeutel durch höheren Energieverbrauch noch mehr belastet wird. Wir dürfen nie vergessen: Technik wird nie alle unsere Probleme lösen. Der Mensch muss selber handeln. Und wie er handelt - das entscheiden Sie. Und nur Sie allein.

Ihr Andreas Wiel